tagesschau.de · 23.07.2026 · Reportage · geprüft 18.10.2026 · von Nutzern geprüft

Klimawandel macht aus Trockenheit Dürre

Programmbeschwerde trägt

Der Vorspann stellt in Redaktionsstimme als Tatsache hin, die Dürre sei der Klimawandel und fehlender Regen spiele kaum eine Rolle. Das geht über die im Text berichtete Studienaussage hinaus und steht zum Text im Widerspruch. Zusammen mit mehreren weiteren Stellen in Redaktionsstimme ergibt sich ein Gesamtbild, das eine Beschwerde rechtfertigt.

Darstellungsform: Der Beitrag trägt den Namen des Autors (Florian Zinner, MDR), ist nicht als Kommentar gekennzeichnet und verbindet Bericht über eine Attributionsstudie mit erklärenden und einordnenden Passagen.

Fundstellen (3)

  1. 01 · Hoch · Zuspitzung oben

    „Aktuelle Forschung zeigt: Das ist der Klimawandel. Fehlender Regen spielt eher eine untergeordnete Rolle.“

    Gegenstelle im Text

    „Ausbleibender Niederschlag im westlichen Teil Europas ist nicht zwangsläufig auf den Klimawandel zurückzuführen.“

    Der Vorspann setzt die Dürre pauschal mit dem Klimawandel gleich und spricht dem Regenmangel eine untergeordnete Rolle zu. Der Text berichtet dagegen, der Klimawandel verschärfe die Dürre über höhere Temperaturen und Verdunstung. Er berichtet auch, dass das Niederschlagsdefizit nicht zwangsläufig auf den Klimawandel zurückgehe. Eine Rolle des Regenmangels schließt er nicht aus. Die Gleichsetzung und die Gewichtung stehen so nicht im Text.

    Verteidigung der Redaktion

    Als Zuspitzung fasst der Vorspann die Kernaussage zusammen: Die Extremwirkung kommt laut Zachariah nicht vom fehlenden Regen, sondern von den Temperaturen.

    Korrektur: Den Vorspann an die Studienaussage anpassen, etwa: Forschende sehen den Klimawandel als wesentlichen Verstärker der Dürre, vor allem über höhere Temperaturen und Verdunstung.

  2. 02 · Mittel · Ohne Quelle · Grenzfall · externe Quelle nötig

    „Eine Reihe von Hochdruckgebieten, die seit April über den Kontinent gezogen sind und deren Intensität inzwischen nachweislich mit dem Klimawandel zusammenhängt“

    Der Zusammenhang zwischen der Intensität der Hochdruckgebiete und dem Klimawandel steht in Redaktionsstimme, ohne Quelle und mit dem Wort „nachweislich“. Eine Zuordnung zur Studie oder zu den Forschenden fehlt. Das ist eine wissenschaftlich anspruchsvolle Einzelaussage.

    Verteidigung der Redaktion

    Der Satz kann als Teil der Studienwiedergabe gelesen werden, die der Absatz zuvor einführt.

    Korrektur: Die Aussage den WWA-Forschenden zuordnen.

  3. 03 · Niedrig · Wertung in Nachricht · Grenzfall

    „Zur Wahrheit gehört auch: Anders als in Osteuropa sind die Böden im Westen des Kontinents nach einem feuchten Winter nicht gerade trocken ins Jahr gestartet.“

    Die Wendung „Zur Wahrheit gehört auch“ wertet in eigener Stimme und deutet an, hier werde etwas Unbequemes nachgereicht. Außerdem sind mehrere Passagen in Redaktionsstimme zum Teil gefärbt, zum Beispiel „Auch dort stehen die Zeichen auf tiefrot“ und „im besten Fall“.

    Verteidigung der Redaktion

    In einem namentlich gezeichneten Bericht ist ein erzählerischer Ton erlaubt, und die Sachaussage ist harmlos.

    Korrektur: Die Einleitung weglassen und die Aussage neutral formulieren.

Was sauber ist

Selbst eine Gegenprobe machen

Das Protokoll stammt von einem Sprachmodell (claude-sonnet-5-5, Regeln d812ee34) und kann irren. Alle Zitate stehen wörtlich in der verlinkten Archivfassung beim Internet Archive. Gegenprobe prüft Formulierungen, keine Meinungen.